Am Sonntag, den 07.
September 2003, fand in der Orangerie in Harbke ein Konzert des
Akkordeonorchesters Oschersleben statt. In mittlerweile größerer
Besetzung wurde dem zahlreich erschienenen Publikum ein interessantes
Programm geboten. Zu hören gab es einen Mix aus Klassik, bekannten
Melodien und zeitgenössischen Werken. Auch traten als Solisten zwei
Mitglieder des Orchesters, Maria Pfeiffer auf der Geige und Fabian
Stankewitz auf dem Bajan, auf.
Informationen über
die Orangerie
Die
Orangerie, so steht es in der Harbker Chronik geschrieben, ist eine der
vorzüglichsten Zierden des Parkes. Sie wurde in den Jahren 1830 und 1831
im Auftrag des Grafen Röttger von Veltheim errichtet. Über dem
Eingangsportal befindet sich ein Wappen. Dieses entstammt der Familie
von Bülow und wurde zu Ehren der Gattin des Grafen, Friederike, geb. von
Bülow, angebracht.
Hier ein Auszug aus der Chronik von Wilhelm Eule im Jahre 1940:
„Wenden wir uns nun noch einem Gegenstande zu, der eine der
vorzüglichsten Zierden des Parks ist. Es ist das Gewächshaus, das mit
seinem ganzen Bau den Charakter des Lieblichen und Romantischen
bekundet. Es wurde in den Jahren 1830 und 1831 erbaut, und zwar aus
Quadersteinen aus den Brüchen des jetzigen Besitzers. Es hat eine Länge
von 85 Fuß und eine Tiefe von 30 Fuß, ist in gotischer Bauart in Form
eines Kreuzes aufgeführt und über den 4 Giebelseiten auf dem Dache mit 4
großen gotischen Tulpen verziert. Das Gebäude, auf einem Sockel ruhend,
von welchem sich hohe Gewände erheben, die durch Spitzbögen miteinander
verbunden sind, gewährt einen prachtvollen Anblick. Das innere besteht
aus 3 Abteilungen: einem Zimmer für wärmere und einem für geringere
Heizung, in deren Mitte sich ein herrlicher Gartensalon mit gewölbter
Bogendecke befindet, dessen edle Einfachheit und Eleganz ver-bunden,
nichts zu wünschen übrig lässt. Was aber vorzugsweise beim Eintritt in
den Saal überrascht und bezaubernd wirkt, ist, dass man plötzlich in
eine tropische Gegend sich versetzt zu sein glaubt, indem die Seiten des
Saales, wie die Decke selbst, mit Gewächsen aus diesen Erdstrichen, treu
nach der Natur gemalt, in üppiger Fülle und Pracht ihres wirklichen
Vaterlandes prangen, und auch dazwischen die schön gefiederten Bewohner
dortiger Gegenden, als: Paradiesvögel, Papageien u. a., nicht fehlen,
wodurch das ganze Naturgemälde noch bedeutend an Lebendigkeit gewinnt.“
Mit diesen Worten endet die Chronik. Die nun folgenden Daten, Fakten und
Ereignisse wurden von Zeit-zeugen gesammelt.
Nach dem 2. Weltkrieg, als die Veltheims vertrieben wurden, kümmerte
sich niemand um die Pflanzen und das Gebäude stand leer. 1947 wurde
Helmut Aster im Auftrag der BKB in die Orangerie geschickt, um dort
elektrisches Licht zu installieren. Das Gebäude wurde nun umfunktioniert
als Kindergarten. Decken wurden eingezogen, neue Fenster eingesetzt, im
hinteren rechten Teil ein Waschraum gebaut. Im rechten großen Raum wurde
eine Zwischenwand gezogen und der linke große Raum konnte durch eine
Ziehharmonikatür aus Holz in zwei Teile geteilt werden, so dass bei
Elternversammlungen oder größeren Veranstaltungen genug Platz vorhanden
war. Vier Gruppen stark war der Kindergarten zur damaligen Zeit. In der
Küche wurde nicht gekocht. Das Essen bekamen die Kinder von der
Schulküche. Der nahe gelegene Teich ging zu der Zeit bis an die Wand der
Orangerie. So dass es 1963 zu einer Rattenplage im Kindergarten kam. Der
Schulrat in Oschersleben wurde verständigt und die Kinder mussten sofort
umgesiedelt werden. Das Gebäude stand wieder einige Zeit leer. Zwei
Jahre wurden die Räume dann noch als Unterrichtsräume für die Schule
genutzt. Nun fühlte sich keiner mehr verantwortlich für die Orangerie
und somit war sie dem Verfall preisgegeben. Die Fenster wurden zerstört,
das Dach wurde undicht und es regnete durch. Das Gebäude geriet in
Vergessenheit. Nach der Wende besann man sich wieder und plante, die
Orangerie wieder zu restaurieren. Frau Eva Seiler sei hier besonders
hervorzuheben und gleichzeitig für ihren Einsatz gedankt. Nun wurde nach
und nach durch Spendengelder ein neuer Dach-stuhl gebaut und das Dach
gedeckt, die Fenster wurden originalgetreu angefertigt und eingesetzt
und der Fußboden erneuert. Heute wird die Orangerie vom Kultur – und
Sozialausschuss als Konzertraum genutzt. Hier finden jährlich 5 Konzerte
statt bei denen Spenden für den Aufbau der Orangerie gesammelt werden.
darum möchten wir sie bitten am Ende unseres Konzerte mit Ihrer Spende
etwas dafür zu tun, damit dieses Gebäude auch unseren Kindern und
Kindeskindern erhalten bleibt.